Aktualisierung der Roten Liste der Gefäßpflanzen Bayerns

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Augsburger Steppengreiskraut, Tephroseris integrifolia subsp. vindelicorum, Lechfeld, Foto: A. Fleischmann
Augsburger Steppengreiskraut, Tephroseris integrifolia subsp. vindelicorum, Lechfeld, Foto: A. Fleischmann

Die vorliegende Rote Liste der Gefäßpflanzen Bayerns (Scheuerer & Ahlmer 2003) ist aufgrund zahlreicher neuer Erkenntnisse, Änderungen der taxonomischen Einordnung und teilweise deutlich veränderter Bestandssituationen veraltet. Daher begannen 2017 Arbeiten zur Aktualisierung der Roten Liste unter Federführung der Botanischen Staatssammlung München, SNSB. Ziel ist es, die gut 3.000 heimischen Pflanzenarten Bayerns auf Grundlage der vom Bundesamt für Naturschutz für Deutschland vorgesehenen Methodik (Ludwig et. al. 2009) einzustufen und die Ergebnisse als neue Bearbeitung online zu veröffentlichen. Eingebettet ist dieser Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) an die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) in eine umfassende Aktualisierung zahlreicher Roter Listen Bayerns, die neben verschiedenen Tiergruppen (Rote Listen gefährdeter Tiere Bayerns ab 2016) auch die Aktualisierung der Roten Listen der Moose und Flechten vorsieht. Bei den Gefäßpflanzen wird eine Einstufung für ganz Bayern, sowie eine Einstufung getrennt, für die Alpen und das Flachland durchgeführt. Die Veröffentlichung der Roten Liste für Gefäßpflanzen ist für 2022 geplant.

→ Weitere Infos unter Rote Liste im Datenportal der Bayernflora und Rote Liste Pflanzen – Kurzfassung 2005.

Grundlagen der Bearbeitung sind die landesweiten Kartierungen und wesentlichen taxonomischen Vorarbeiten im Rahmen des Projektes „Flora von Bayern“, verschiedene vorbereitende LfU-Projekte (Zehm et al. 2020, Ergänzungskartierungen 2017, Herbarrecherchen 2012–2017, Artenhilfsprogramm Botanik) sowie eine umfassende Beteiligung von regionalen Kennern der Flora und von Experten für bestimmte schwierige Artengruppen. Auch die 2009 in der Prioritätenliste zum botanischen Artenschutz in Bayern aufgeführten Ergebnisse werden einbezogen sowie Informationen aus der aktuellen Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands ausgewertet (Woschée 2009, Metzing et al. 2018).

Die Arbeitsschritte

  1. Festlegen des taxonomischen Rahmens für die Bearbeitung (Artenliste, Ausspielung Taxonomische Referenzliste)
  2. Eichen der Einstufungspraxis der Taxa innerhalb des Bearbeitungsteams
  3. Ausspielung der Datengrundlagen aus der Bayernflora (=BFL) Installation der Diversity Workbench (DWB); siehe Datenfluss ─ Flora von Bayern
  4. Ersteinstufung aller Sippen durch das Bearbeiter-Team
  5. Interne Diskussion der Einstufungen
  6. Beteiligung von Regionalkennern und Artengruppen-Experten
  7. Manuskripterstellung
  8. Integration der Ergebnisse in die Taxonomische Referenzliste und den LfU-Codeplan
  9. Online-Publikation der Bearbeitung auf der RL Webseite des LfU

Die Bearbeiter

  • Andreas Fleischmann, München (Projektleitung)
  • Jürgen T. Klotz, Regensburg
  • Christian Niederbichler, Inning
  • Martin Scheuerer, Nittendorf
  • Ingrid und Alfred Wagner, Unterammergau
  • Rainer Woschée, Neunburg
  • Andreas Zehm, StMUV
  • Marcel Ruff, LfU (Projektkoordination)

Unterstützung bei der wissenschaftlichen Datenkuration sowie beim Import und Export von Daten aus der Diversity Workbench (DWB) leisten Marcel Ruff, LfU und Julia Wellsow, Koordinationsstelle für Florenschutz in Bayern.

Das SNSB IT-Zentrum mit seinen Mitarbeitern fördert das Vorhaben durch Bereitstellung von IT-Infrastruktur und verschiedenen BFL-Diensten.

Literatur

Ludwig, G., Haupt, H., Gruttke, H. & Binot-Hafke, M. 2009: Methodik der Gefährdungsanalyse für Rote Listen. (https:/​/​www.​bfn.​de/​fileadmin/​MDB/​documents/​themen/​roteliste/​Methodik_​2009.​pdf).
Metzing, D., Garve, E. & Matzke-Hajek, G. 2018: Rote Liste und Gesamtartenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Trachaeophyta) Deutschlands. In: Metzing, D., Hofbauer, N., Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Bearb.): Rote Liste der gefährdeten Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen. In: Naturschutz und Biologische Vielfalt. Bd. 70, Nr. 7, S. 13–358.
Scheuerer, M. & Ahlmer, W. 2003: Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Bayerns mit regionalisierter Florenliste. In: Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz. Bd. 165, Augsburg, S. 1–372.
Woschée, R. 2009: Prioritätenliste für den botanischen Artenschutz in Bayern. (erschienen Juni 2009https:/​/​www.​lfu.​bayern.​de/​natur/​genbank_​bayern_​arche/​zielarten_​vorgehen/​doc/​woschee_​prioritaetenliste_​flora.​pdf).
Zehm, A., Klotz, J., Horn, K., Wecker, M., von Brackel, W., Blachnik, T., von Brackel, J., Buchholz, A., Diewald, W., Elsner, O., Feulner, M., Kohler, U., Lausser, A., Radkowitsch, A., Ruff, M., Schön, M., Wagner, A., Wagner, I. & Wimmelbücker, A. Dezember 2020: Rückgang seltenster Pflanzenarten ist ungebremst – Freilanduntersuchungen zur Bestandsentwicklung vom Aussterben bedrohter Gefäßpflanzenarten Bayerns. In: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Bd. 90, München, S. 5–42.