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Sorbus L. |
taxnr 61183 |
Bearbeitet von Norbert Meyer, Oberasbach
Systematik und Morphologie
Sorbus
Die Gattung ist bestimmungskritisch und nur unvollständig erforscht. Neben sexuellen Taxa und Hybriden (stets mit S. aria oder deren Abkömmlingen) im Gebiet mehrere agamosperme Taxa, die erst teilweise beschrieben sind (zu den zahlreichen neubeschriebenen Taxa siehe Meyer, Meierott, Schuwerk & Angerer 2005). Kenntnislücken vor allem bei Sorbus aria agg. selbst und deren Zwischenarten sowie deren Hybriden mit S. torminalis, S. chamaemespilus und S. aucuparia.
Bestimmungsschlüssel
Quelle: Meyer, N., L. Meierott, H. Schuwerk & O. Angerer (2005): Beiträge zur Gattung Sorbus in Bayern. − Ber. Bayer. Bot. Ges. Sonderband: 5-216.
Publikationen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft
1 |
Blätter ganz oder teilweise gefiedert, zumindest also am Blattgrund mehrere Paare von Fiederblättchen bis zur Rhachis eingeschnitten und voneinander durch spreitenfreien, blattstielartigen Mittelrippenabschnitt abgetrennt.
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1* |
Blätter einfach, gesägt oder gelappt, aber keine bis zur Mittelrippe abgeteilten Blattlappen mit freier Rhachis vorhanden (Ausnahme selten bei Wassertrieben)
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2 |
Blätter ganz gefiedert, ohne ungefiederte Blattteile. Blattunterseiten behaart oder kahl, aber niemals filzig.
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2* |
Blätter nur im basalen Teil gefiedert (Abb. #-#). Blattunterseiten graugrün bis weißgrau, filzig behaart.
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3 |
Borke glatt. Blattzähne ohne Drüsen an der Spitze. Basis der Fiederblättchen deutlich asymmetrisch (Abb. #). Knospen schokoladenbraun, meist weiß behaart, selten kahl. Schirmrispen reichblütig, etwa 200-blütig; Griffel meist 2-4. Scheinfrüchte rot, 9–10 mm, Wintersteher.
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3* |
Borke früh rissig, birnbaumartig. Junge Blätter mit apikalen Blattzahn-Drüsen. Basis der Fiederblättchen annähernd symmetrisch (Abb. #). Knospen bräunlich grün, kahl. Schirmrispen etwa 50-blütig; Griffel meist 5. Scheinfrüchte meist grün bis gelb mit Backe aus roter Deckfarbe, 15–30 mm, birn- oder selten apfelförmig, zur Reife verbraunend und abfallend, Musfrucht.
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4 |
Kronblätter hellrot oder rosa, steif oder schräg aufrecht, nicht radförmig spreizend. Kelchkanten dunkelrot überlaufen. Blätter eiförmig, um doppelt so lang wie breit, oberseits dunkelgrün, unterseits hell oder bläulich grün, oft kahl, selten dünnwollig bis filzig behaart. Seitennervenpaare bis 10, vor der Ausmündung in die Spitzen der Blattzähne einige sich gabelnd. Niedrige Sträucher, Höhen von 1–2(–4) m nicht überschreitend.
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4* |
Kronblätter weiß, radförmig abstehend gespreizt, sich mit den Rändern überdeckend. Kelchkanten nicht rötlich. Blätter rundlich, rhombisch oder eiförmig, ganzrandig oder gelappt, ebenso lang bis über doppelt so lang wie breit, oberseits grün, unterseits grünlich bis weiß, kahl bis filzig behaart. Seitennervenpaare 5-15, vor der Ausmündung in die Blattspitzen sich nicht gabelnd. Höhere Sträucher oder Bäume, gewöhnlich über 4 m, jedoch auf Xerothermstandorten, bei Verbiss oder an der Baumgrenze auch kleiner bleibend.
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5 |
Blütenblätter hellrot, wie der Kelch steif aufrecht, einander nicht überlappend. Blattstiel meist nur 3–7 mm lang. Blattrand scharf, fein und dicht einfach gesägt. Blätter grasgrün, schon zur Blütezeit auch unterseits kahl (Abb. #).
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5* |
Blütenblätter rosa oder weißlich mit rosa Rand, halb ausgebreitet, einander meist randlich überlappend. Blattstiel länger, um 1 cm lang. Blattrand fein bis grob und meist zur Spitze hin doppelt gesägt (Abb. #). Blätter bis zum Herbst unterseits dünnwollig graugrün bis weißlich filzig, bisweilen auch kahl.
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6 |
Blattrand seicht, aber deutlich gelappt (Abb. #-#), Blattrand scharf gesägt, Zähne nach vorn gerichtet. Blattunterseiten bis zum Herbst dünnwollig graugrünfilzig behaart, selten auch kahl.
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6* |
Blattrand ungelappt (Abb. #-#), Serratur gleichmäßig, gröber als bei S. chamaemespilus, über der Blattmitte oft doppelt. Blattunterseiten gewöhnlich dicht weiß- bis grünfilzig, in einzelnen Fällen auch kahl.
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7 |
Blätter im Umriss breit eiförmig bis dreieckig, tief ahornähnlich gelappt, dabei Blattlappen spitz, untere gespreizt abstehend, 1-4 mal so lang wie breit. Blattrand fein einfach gezähnt. Blätter unterseits beim Austrieb kurzhaarig oder locker gelb filzig, verkahlend, mit 4-5 Nervenpaaren. Blattgrund gestutzt bis herzförmig (Abb. #). Scheinfrüchte birnförmig oder oval, gelbgrün mit braunem Rost, Fleisch zur Reife braun werdend und abfallend (Musfrüchte).
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7* |
Blätter eiförmig oder umgekehrt eiförmig bis rundlich, ungelappt bis deutlich gelappt oder gestuft. Blattrand einfach oder doppelt bis periodisch gezähnt. Blätter unterseits bleibend weißfilzig oder abgeschwächt grünsilbrig bis gelbgrün filzig, mit 6 - 14 Nervenpaaren. Blattgrund schmal keilig bis herzförmig. Scheinfrüchte rund, oval oder birnförmig, reif rot, orange oder gelb, bleibend und vertrocknend (Wintersteher) oder verbraunend und abfallend (Musfrüchte).
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8 |
Blätter unterseits dicht weißfilzig, nur bei Schattenblättern silbriggrün. Blattrand doppelt bis periodisch gezähnt, ungelappt oder schwach gelappt, dann größte Lappen meist im vorderen Blattdrittel. Mit 7-14 Nervenpaaren. Sehr formenreich (Abb. #).
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8* |
Blätter unterseits schütter behaart bis dicht und bleibend filzig, selten verkahlend. Filzfarbe nicht weiß, sondern gelblichweiß bis gelbgrün oder silbriggrün bis graugrün (Vergleich!). Blattrand einfach oder doppelt gezähnt, dazu meist deutlich seicht bis tief gestuft oder gelappt, sehr selten auch ungelappt, dann aber Filz der Blattunterseite nicht weiß. Deutlichste Blattlappen meist am zweiten oder dritten Nervenpaar, Lappen zur Blattspitze hin kleiner werdend und in periodische Zähnung übergehend. Mit 5-12 Nervenpaaren.
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9 |
Blätter eiförmig, spießförmig oder rundlich. Blattrand mit stufig geschnittenen, zugespitzten Lappen oder Lappung undeutlich (Abb. #-#). Winkel zwischen den Nerven um 90° oder größer. Blattunterseiten blass gelbgrün bis gelblichweiß wollig oder filzig. Spitzen der Blattzähne jung teilweise mit Drüsen. Von S. torminalis durch bleibenden Filz, von S. aria agg. durch schwächeren Filz unterscheidbar, von beiden durch die oft intermediären Scheinfrüchte.
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9* |
Blätter länglich-eiförmig oder schmal umgekehrt-eiförmig, mit runden, abgerundet-stumpflichen oder zugespitzten Lappen oder Lappung undeutlich. Winkel zwischen den Nerven meist deutlich kleiner als 90°. Blattunterseiten blassgrün, silbrig bis weißlich wollig oder filzig, gewöhnlich ohne gelblichen Filz und ohne apikale Drüsen der Blattzahnspitzen (Ausnahme jeweils S. intermedia). An Langtrieben, Wassertrieben oder im Blütenstandsbereich selten das unterste Lappenpaar bis zum Mittelnerv eingeschnitten.
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10 |
Lappen breit abgerundet, bis 2 cm breit, grob abstehend gesägt. Nur (3)4–5 Lappen pro Seite gut ausgebildet. Blattunterseiten dicht gelbgrau filzig. Herbstfärbung rot-dunkelgrün panaschiert. Scheinfrüchte länger als 1 cm, rundlich-eiförmig, orangerot. Blattumriss breit eiförmig, Blattspitze stumpf (Abb. #).
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10* |
Lappen stets schmaler. Vorwiegend mehr als 5 Lappen pro Seite gut ausgebildet oder Lappung undeutlich. Filz der Blattunterseiten ohne Gelbstich, silbrig oder graugrün. Herbstfärbung gelb oder schwärzend. Scheinfrüchte bis 1 cm, rundlich bis eiförmig, rot. Blattumriss eiförmig bis lanzettlich, Blattspitze stumpf oder zugespitzt.
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11 |
Lappung der Blätter deutlich ausgeprägt, meist mehr als 1/6 der Nervenlänge betragend. Filz deutlich blasser als bei S. aria agg., silbergrün. Blattschnitt an verschiedene Eichenarten erinnernd, schmal eiförmig bis eiförmig, Blattspitze zugespitzt oder stumpflich.
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11* |
Lappung der Blätter schwach ausgeprägt, stets weniger als 1/6 der Nervenlänge betragend. Blattumriss oval, zugespitzt, Filz kaum blasser als bei S. aria agg.. Sehr ähnlich gelappten Formen von S. aria s.str., doch durch Anstieg der Lappengröße zur Blattbasis hin von diesen unterschieden.
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Verbreitung und Status
Status in Bayern:
H |
einheimisch |
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