Huperzia selago (L.) Bernh. ex Schrank & MartensTannen-Bärlapp
taxnr 2999
Bearbeitet von Karsten Horn, Dormitz, mit finanzieller Unterstützung durch das Bayer. LfU
Systematik und Morphologie
Trachaeophyta
Pteridophyta
Lycopodiopsida
Lycopodiales
Lycopodiaceae
Huperzia
Huperzia selago
H Huperzia selago subsp. selago
Syn./incl.: Lycopodium selago L.
Abbildungen zu Huperzia selago
Abbildungen zu Huperzia selago subsp. selago
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Chamaephyt. Pflanze 3-30 cm hoch, Hauptspross aufrecht oder vom Grunde aufsteigend (Juvenilform), meist nur am Grunde wurzelnd, 2-4mal gabelig verzweigt, Äste gleichlang, parallel, öfters dicht büschelig, alljährlich am Ende weiterwachsend (nur an schattigen Stellen oder in dichter Vegetation die Äste ausgebreitet. Blätter dicht spiralig oder scheinbar in 6 bzw. 8 Längsreihen angeordnet, aufrecht, dem Stängel anliegend oder (bei Schattenformen) abstehend bis zurückgekrümmt, schmallanzettlich, ganzrandig oder undeutlich gezähnt, spitz, 8 (4-10) mm lang, 1-2 mm breit, dunkelgrün, die alpine Form öfters gelbgrün, Sporophylle und Trophyphylle gleich. Sporangien kurzgestielt, bereits in der subapikalen Zone in der Achsel fast aller Blätter entstehend, Sporangien ockergelb, quer oval, etwas breiter als der Grund des Sporophylls. Sporen kugel-tetraedrisch, trilet, 38-50 Mikrometer. Prothallien in der Regel kegelförmig, bleich und mykotroph. In den Achseln der oberen Blätter entstehen bei älteren Pflanzen Brutknospen (Bulbillen), die sich bei Berührung durch Tiere oder Wassertropfen loslösen und eine vegetative Vermehrung der Pflanze bewirken.
Verbreitung und Status
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Erläuterungen zu den Verbreitungskarten und Legende der Signaturen
Status in Bayern:
H
einheimisch
Der Tannen-Bärlapp ist zirkumpolar verbreitet und kommt in Europa, Asien und, Nordamerika vor. In Europa ist die Art von Nordnorwegen bis zu den Pyrenäen und Nordspanien sowie Apennin und Balkan-Halbinsel anzutreffen. Nach Osten hin wird sie seltener. In Deutschland ist der Tannen-Bärlapp in fast allen Großlandschaften anzutreffen, hat seinen Verbreitungsschwerpunkt jedoch in den Mittelgebirgen sowie im Alpenraum. Im Nordosten tritt die Art nur selten auf. In Bayern ist der Tannen-Bärlapp zerstreut in Nord- und Nordostbayern sowie gehäufter im Bayerischen Wald, im Voralpengebiet und im Alpenraum anzutreffen.
Hauptverbreitung nach Oberdorfer
nordisch-atlantisch (nordische Arten mit Anlehnung der Verbreitung an die Küsten)
Verantwortung und Schutz
Schutzstatus
§A
besonders geschützt, Bundes-Artenschutzverordnung
Gefährdung und Bestandsentwicklung
Gefährdung nach Roter Liste Bayern 2003
3
gefährdet
Regionale Einstufungen:
S
Spessart-Rhön
P
Mainfränkische Platten
K
Keuper-Lias-Land
2
stark gefährdet
J
Fränkisch-Schwäbische Alb
O
Ostbayerisches Grenzgebirge
V
Vorwarnstufe
Molassehügelland
M
Moränengürtel
A
Alpen
•
ungefährdet
Hauptrückgangsursachen ist vermutlich die Intensivierung der forstwirtschaftlichen Nutzung. So ist die Art in weiten Teilen des norddeutschen Tieflandes verschwunden bzw. sehr selten geworden. Bislang gilt der Tannen-Bärlapp bundesweit als ungefährdet, müsste bei einer Neubearbeitung der Roten Liste wohl aber zukünftig als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft werden. Da in Bayern lediglich im Alpenraum sowie im Bayerischen Wald von einer stabilen Bestandssituation auszugehen ist und in allen anderen Naturräumen deutliche Rückgänge zu konstatieren sind, ist die Art hier mittlerweile landesweit als gefährdet eingestuft worden.
Gefährdung nach Roter Liste Deutschland 1996
u
Biologie und Ökologie
Wie die meisten Bärlapp-Arten zeigt der Tannen-Bärlapp einen ausgeprägten Pioniercharakter und vermag, ausgehend von wenigen etablierten Pflanzen, durch seine Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung mittels Brutknospen auf zusagenden Standorten in wenigen Jahren dichte Bestände auszubilden. Er ist ein mykotropher Dunkelkeimer und benötigt zur generativen Vermehrung mehrjährige Entwicklungszyklen. Der Tannen-Bärlapp kommt von der Küste bis in die Hochlagen der Alpen vor und besiedelt dort noch Bereiche von etwa 3000 m ü. NN. Die Art besiedelt feuchte bis frische (seltener nasse), kalkarme, meist saure (bis neutrale) Lehm-, Sand- und seltener Torfböden. Er ist eine Halbschattenpflanze und lediglich im alpinen Bereich auch an vollsonnigen Stellen anzutreffen. Die natürlichen Wuchsorte des Tannen-Bärlapps sind in den Mittelgebirgen Fichtenwälder und Bergkiefern-Bestände sowie Blockhalden aus silikatischem Grobblock. In tieferen Lagen wächst die Art in schattigen Bach- und Flußtälern sowie in Mooren. Insbesondere in den Mittelgebirgen befinden sich viele Bestände allerdings an Sekundärstandorten wie ehemalige Steinbrüche, Forst- und Straßenböschungen, Schneisen und Skipisten bzw. deren Ränder. Der Tannen-Bärlapp gilt als Charakterart der Kiefern-Fichten-Wälder (Vaccinio-Piceetalia), ist aber auch in montanen Ausbildungen des Haimsimsen-Buchenwaldes (Luzulo-Fagetum) und des Birken-Eichen-Waldes (Betulo-Quercetum) anzutreffen. In der montanen bis alpinen Stufe tritt er ferner in Borstgras-Gesellschaften (Nardetalia strictae) sowie in Zwergstrauch-Beständen (Vaccinio-Callunetum) auf. Im Alpenraum werden ferner Gesellschaften der Klasse Loiseleurio-Vaccinietea besiedelt. Vorkommen in Mooren sind auf Bülten in Eriophorum vaginatum-Gesellschaften anzutreffen.
Zeigerwerte nach Ellenberg
L4
Halbschatten- bis Schattenpflanze
T3
Kühlezeiger
K3
ozeanisch bis subozeanisch
F6
Frische- bis Feuchtezeiger
R3
Säurezeiger
N5
mäßig stickstoffreiche Standorte anzeigend
S0
nicht salzertragend
Leb
krautiger Chamaephyt, immergrün
Soz
Vaccinio-Piceetalia
Funktionelle Merkmale nach BioPop
FloraWeb-BioPop
Merkmal
Ausprägung
Ergänzung
Min.
Max.
Mittel
Leaf phenology
evergreen
0
Life form
chamaephyte
Nitrogen
no
Nutrition
autotrophic
Photosynthetical pathways
C3
Canopy height
Flower season
7
10
Releasing height
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